RAUMSCHIFFE AUS BETON
12. NOVEMBER 2026, KORALLE DRESDEN, EINTRITT FREI
TERMIN EINTRAGEN

REISEBERICHT AUS EX-JUGOSLAWIEN

SPOMENIK

Spomenik Podgarić
DONNERSTAG, 12. NOVEMBER 2026 RAUMSCHIFFE AUS BETON

EINTRITT FREI, KORALLE DRESDEN, ROTHENBURGER STR. 30, EINLASS 18 BIS 19 UHR

Jugoslawien baute Tausende solcher Denkmäler. Zu den meisten kommt heute niemand mehr.

Kein Soldat auf einem Pferd, kein Gesicht, kein Name eines Generals. Stattdessen Beton in Formen, für die es keine Vorbilder gibt, zwanzig Meter breit, auf Hügeln, an Flüssen, mitten im Wald. Das war Absicht. Serben, Kroaten, Bosnier, Slowenen und Mazedonier sollten sich darin gleichermaßen wiederfinden, und nach Moskau sollte es auf keinen Fall aussehen. Also wurden sie abstrakt.

Gebaut hat man sie dort, wo gekämpft und gestorben wurde. Im bosnischen Tjentište stehen zwei Betonflügel, die auseinanderklaffen und den Blick ins Tal freigeben. Darunter liegen rund dreitausend Partisanen, die 1943 die Schlacht an der Sutjeska nicht überlebten.1 Eine steinerne Blume, so hoch wie ein Wohnhaus, steht auf dem Gelände von Jasenovac, dem größten Konzentrationslager des kroatischen Ustascha-Regimes. Die Gedenkstätte dort nennt über 83.000 namentlich bekannte Opfer.2 Und zu einem Betonzylinder aus zwanzig Rippen, mitten im Wald auf der Kozara, kamen damals bis zu einer Million Besucher im Jahr.3

Dann zerfiel das Land, und seine Denkmäler wurden unbequem. Allein in Kroatien standen 1990 noch rund sechstausend davon, etwa die Hälfte ist seitdem zerstört oder verfallen.4 Manche wurden in den Kriegen der neunziger Jahre gesprengt, teils durch Einheiten der eigenen Armee. Andere wurden abmontiert und als Altmetall verkauft. Den Rest holt sich der Wald zurück.

Im Sommer bin ich mit dem Bus losgefahren, um sie zu sehen, solange sie noch stehen. Am 12. November zeige ich, was daraus geworden ist: Fotos, Geschichten und einen Film, den vorher niemand gesehen hat.

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MINUTEN FILM

Von 180 Minuten Drohnenmaterial sind drei übrig geblieben. Exklusive Premiere am 12. November in der Koralle Dresden.

Vier von vielen

Eine Auswahl aus den Denkmälern dieser Reise, damit klar wird, worum es geht. Alle anderen gibt es am 12. November zu sehen.

Tjentište Podgarić Kruševo Kosmaj

01 · TJENTIŠTE

Denkmal der Schlacht an der Sutjeska, 1971

Entworfen von Miodrag Živković, 19 Meter hoch und 25 Meter breit. Die beiden Hälften stehen für den Durchbruch der eingekesselten Partisanen im Juni 1943. In der Krypta darunter liegen die Gebeine von über dreitausend Gefallenen.

02 · PODGARIĆ

Denkmal der Revolution des Volkes von Moslavina, 1967

Von Dušan Džamonja, 10 Meter hoch und 20 Meter breit. Zwei asymmetrische Flügel um eine stilisierte Sonne aus Aluminiumplatten. Eingeweiht hat es Josip Broz Tito, der Jugoslawien von 1945 bis zu seinem Tod 1980 regierte.

03 · KRUŠEVO

Ilinden-Denkmal, genannt Makedonium, 1974

Eine weiße Betonkuppel von Jordan und Iskra Grabul, 34 Meter breit, mit zwölf Auswüchsen, in denen Buntglasfenster sitzen. Je nach Blickwinkel eine Seemine, ein Virus oder ein gelandetes Raumschiff. Innen liegt ein einziger runder Raum, darin das Grab des Mannes, der den Aufstand von 1903 anführte. Abgebildet war das Denkmal auf der größten Banknote des Landes.

04 · KOSMAJ

Denkmal für die Kosmaj-Abteilung, 1971

Von Vojin Stojić und Gradimir Medaković. Fünf Betonflügel, jeder 30 Meter hoch, für die gefallenen Partisanen der Region südlich von Belgrad. Eröffnet am 2. Juli 1971, dreißig Jahre nach Gründung der Abteilung auf diesem Hügel.

Der Abend

18:00

FOTO-AUSSTELLUNG

Aufnahmen der besuchten Denkmäler, verteilt in der ganzen Koralle. Einlass ist bis 19 Uhr. Die Platzzahl ist begrenzt, wer sicher sitzen will, kommt früh.

19:15

BILDER-VORTRAG

Eine Stunde quer durch Ex-Jugoslawien, entlang der Route, mit Fotos, Videos, Geschichten und allem, was auf so einer Reise schiefgehen kann.

danach

FILM-PREMIERE

Drei Minuten, in denen alles steckt: 4.900 Kilometer, elf Tage und 180 Minuten Drohnenmaterial, eingedampft auf die besten Aufnahmen der Reise. Gesehen hat den Film vorher niemand. Danach gibt es entspannte Musik und Zeit für Fragen, der ganze Abend dauert etwa zwei Stunden.

TERMIN
Donnerstag, 12. November 2026Einlass 18 bis 19 Uhr
ORT
Koralle DresdenRothenburger Straße 30
EINTRITT
FreiKeine Anmeldung, aber begrenzte Platzzahl
TERMIN IN DEN KALENDER

Über mich

INSTAGRAM

@_andreaskrause

Fotografie und Reisen, mal aus der Luft, mal vom Boden.

Ich bin Andreas, wohne in Dresden und bin seit 2000 Musikproduzent und DJ. 2014 kam die Kamera dazu, zuerst beruflich: Jahre in einer Dresdner Nachrichtenredaktion, vom Videoproducer bis zum Executive Producer für die reichweitenstärksten Social-Media-Formate des Hauses.

Nebenbei sammle ich seit Jahren die höchsten Berge Europas, einen pro Land. Angefangen hat das mit einem Opel Astra und einem Dachzelt. Meinen Geburtstag habe ich mal im Krater des Pico verbracht, dem höchsten Berg Portugals, auf den Azoren mitten im Atlantik, auf 2200 Metern bei minus fünf Grad. Extrembergsteiger bin ich trotzdem keiner, ich nehme lieber den bequemsten Weg nach oben.

Gerade habe ich den dritten Campervan fertig ausgebaut, alles selbst. Dazu Dinge wie die Fahrt in 48 Stunden ans Nordkap, mit dem Tesla und ohne eigenes Geld, finanziert über Spenden. Und eben elf Tage durch sieben Länder, um Betonmonumente zu finden, von denen die meisten noch nie gehört haben.

Trotz ernster Themen bleibt der Ton bei mir meist locker. Was keinen Spaß macht und nichts zu lachen übrig lässt, fällt früher oder später hinten runter.

Porträt über die Gipfeltour bei TAG24.

Aus meinen filmischen Arbeiten. Dort landet nach der Premiere auch der Spomenik-Film.

Die andere Seite: Wanderungen, Gipfeltouren und was dabei schiefgeht, hier eine Etappe vom Malerweg in der Sächsischen Schweiz. Alles mit einem Augenzwinkern, Hochglanz gibt es anderswo.

Vorab

Spomenik Spomenik Spomenik Spomenik Spomenik Spomenik Spomenik

Aus dem Film gibt es vorher nichts zu sehen. Die Luftaufnahmen laufen am 12. November zum ersten Mal.

Anfahrt und Abend

HINKOMMEN

Koralle Dresden, Rothenburger Straße 30, eine Minute vom Assi-Eck entfernt. Mit der Straßenbahn 6, 11 oder 13 bis Bautzner/Rothenburger Straße, vom Bahnhof Neustadt sind es rund zehn Minuten zu Fuß. Parkplätze in der Neustadt sind abends knapp, mit dem Rad oder der Bahn ist man schneller da.

GETRÄNKE

Für Bier ist gesorgt, der Vorrat ist aber begrenzt. Bringt euch gern selbst etwas mit.

PRINTS

Nach dem Vortrag gibt es ausgewählte Aufnahmen als Print, vor Ort in limitierter Stückzahl. In den Tagen nach dem Abend öffnet hier auf der Seite der Shop.

BARRIEREFREIHEIT

Der Zugang ist leider nicht barrierefrei. Vor Ort sind Helfer, die beim Reinkommen unterstützen. Meldet euch kurz vorher, dann warten wir am Eingang.

FÜR WEN

Vorwissen braucht niemand. Wer Architektur mag, kommt auf seine Kosten, aber es ist vor allem ein Reisebericht für alle, die gern unterwegs sind und sich gute Bilder ansehen.

PLÄTZE

Der Saal fasst nur eine begrenzte Zahl an Gästen. Es gibt keine Reservierung, wer rechtzeitig da ist, bekommt einen Platz.

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Quellen

  1. Spomenik Database, Eintrag Tjentište: spomenikdatabase.org/tjentiste
  2. Spomen-područje Jasenovac, Liste der namentlich bekannten Opfer, Stand März 2013: jusp-jasenovac.hr
  3. Wikipedia, Monument to the Revolution (Kozara): en.wikipedia.org
  4. Neue Zürcher Zeitung, „Die Denkmäler für den Widerstand der Tito-Partisanen verfallen“, 2021: nzz.ch; SRF Kultur, „Südosteuropa verteidigt seine Mahnmale gegen die Schrottmafia“: srf.ch